Schamane

Lexikon der schamanischen Begriffe (Um sich das Googlen zu sparen)

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Schamane

Beitragvon WhiteEagle » 16.09.2004 10:05

Schamane ist (laut Google)
... zugleich Medizinmann
... ein Heiler und geistiger Führer einer Gemeinschaft
... ein Zauberer
... ein Wanderer zwischen diesen Welten
... ein Begriff der aus dem Tungusischen stammt
... ein spiritueller Heiler, der die Balance der Gedanken, des Körpers, des Herzens und der Seele bringt
... auf die ein oder andere Art ein Kuenstler, sagt Ailo
... ein Mensch, der diese Fähigkeit zum Heilen und zum Ganzwerden benutzt
... die älteste religiöse Gestalt des homo sapiens sapiens, ein Visionär, der sich der Trance und geistiger Helfer bedient
... nur dann zum Schamanenflug fähig, wenn er seinen alten Körper (im Schamanismus: Ritual der Zerstückelung = Ablegen des alten Körpers)ablegt
... ein "Sohn des Himmels" sagt der mongolische Schamane Galsan Tschinag in den "VISIONEN"
... zugleich Medizinmann, Priester und Totenführer, das heißt er übt die Heilkunst, regelt die öffentlichen Opfer an die Himmelsgötter
...ein Mann oder eine Frau, der/die - willentlich - in einen anderen Bewusstseinszustand eintritt, um mit einer normalerweise verborgenen Wirklichkeit in Berührung zu kommen und sie auszuwerten, um Wissen, Kraft und Hilfe für andere zu erhalten. Der Schamane hat wenigstens einen und meistens mehrere 'Geister' zu seiner persönlichen Verfügung.
... ein Mittler zwischen den Welten der Geister und der Menschen und hat direkten Kontakt mit den Geistern
... einer der mächtigsten Magier neben der Zauberin der Menschen
... oft eine Person, die eine ernsthafte, beinahe tödlich verlaufende Krankheit durchlebt hat
... mit einem umfangreichen Schamanengefolge verbunden - den sogenannten Schutzgeistern
... Mittler zwischen den Welten, auf seinen Jenseitsreisen geht er denselben Weg wie die Seele nach dem Tod
... Mittler zwischen der gruppengemeinsamen Alltagsrealität, der Diesseitswelt, und der transintelligiblen Anderwelt
... ein Mensch der mit Hilfsgeistern arbeitet
... ein "Mann oder eine Frau, der oder die - willentlich - in einen anderen Bewußtseinszustand eintritt, um mit einer normalerweise verborgenen Wirklichkeit in Berührung zu kommen und sie auszuwerten, um Wissen, Kraft und Hilfe für andere zu erhalten".
... demgemäß einer, der weiß, der Wissen besitzt
... ist die kreative Antwort des Menschen
gegenüber der Anwesenheit der mythischen Dimension
... ist ein Mittler zwischen Menschen und Göttern, der zu allen Sphären des Universums Zugang hat und alle Sprachen spricht: die der Tiere, der Bäume und der Menschen
... ein Titel für einen Eremiten, einen Priester, einen Weisen, einen Wissenden, der in die Geheimnisse des Lebens eingeweiht ist und weiß, wie man seine Gedankenkräfte wirksam einsetzen kann
... eins mit der Schöpfung, mit der Vergangenheit und mit den Toten
... der professionelle Vermittler zwischen der Alltagswelt und der spirituellen Welt der Götter und Geister
... zugleich Wahrsager, Hellseher, Magier, Medizinmann, Hexenaufspürer und manchmal sogar Zauberer
... Soziologe, Priester, Heiler, Mystiker und auch Psychologe in einer Person
... laut Lexikon Mittelpunkt einer Stammesgemeinschaft und mit mannigfachen Aufgaben betraut: Heiler, Wahrsager ...
... bemüht zu Göttern, Geistern und Ahnen ein gutes Verhältnis zu haben
... ein ganz bestimmter Menschentyp, den es in jeder Epoche und in jeder Kultur gegeben hat und immer noch gibt, ja immer geben wird
... ein spiritueller Heiler – jemand, der Geist, Körper, Herz und Verstand in Einklang bringt
... Herr über Naturkräfte –manchmal auch über solche von Bergen und Seen
... bei den Eskimo unverletzlich

(die Liste ist jederzeit ergänzbar!)
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ist stärker und größer als du ahnst!
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Essenziert

Beitragvon Reinhard » 20.09.2004 20:02

Ich Deffiniere Schamane so :

Der Begriff Schamanismus stammt vom tungusischen Wort "Shaman" ab. Die Tungusen sind aus der Mandschurei in China. Shaman bedeutet Technik der Ekstase, d.h. die Fähigkeit sich in einen anderen Bewusstseinszustand zu versetzen und da die Konzentration aufrecht zu erhalten. Dank dieser Technik können Schamanen die Bewusstseinsebenen (oder Welten) Bewußt wechseln. Sie befinden sich in einem Trance-Zustand, sind also unserer Alltagswelt entrückt. Der Trance-Zustand wird durch Trommeln, Tanzen, Fasten oder bestimmte Entspannungstechniken erreicht.

Also das Wesentlichste ist die Bewußte Wechselung von einer Welt zur anderen. Wobei meiner Meinung nach die Anderwelten und die "Normale"-Welt zumindest als gleichwertig Wahrgenommen werden sollten. Und die Anderwelt genauso als Wirklich erkannt wird.

Eine andere Frage ist wie oft denn dann das ausgeübt werden muss um als "Schamane" zu gelten?
Also ich denk, sobald das über eine gelegentliche Wochendaktion hinausgeht, und im eigenem Weltbild voll Integriert wurde.


Das halte ich für die Essenz des Begriffes von Schamane. Natürlich kann man alles aufführen was Schamanen so alles machen. Nur viele andere machen das eine oder andere auch. Die Trancereise ist das was einen Schmanen nun mal eindeutig auszeichnet. Wie diese von statten geht oder mit welchen Hilfsmitteln ist nebensächlich.
Und wie man Schamane wird oder geworden ist, ist wieder von der Tradition abhängig. Bei den einen muss man die "Schamanekrankheit" überstanden haben bei den anderen die zerstückelungs-Reise gemacht haben. Oder wieder wo anders wird man Schamane nur nach bestimmten Initiations Ritualen und/oder einer Lehrzeit. Aber natürlich muss man in irgendeiner Form einmal Initiert worden sein.

Schöne Grüße
Reinhard
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Eigenes Lexikon

Beitragvon Reinhard » 23.09.2004 17:51

Hallöchen nochmal!

Da ich ja auf meiner Homepage ein eigenes Lexikon habe, setze ich hier ein paar Links:


Hier der Link direkt zur Seite Schamane:
http://members.aon.at/radioniker/EGP/Lexikon/schaman.htm


Hier kommt ihr zum gesamten Lexikon. Unten links dann auf Lexikon drücken, und dann könnt ihr darin rumstöbern.:
http://members.aon.at/radioniker/EGP/index3.htm


Alles was in den Texten hellblau geschrieben ist ist ein Begriff der im Lexikon erklärt wird, und gleichzeitig ein Link dorthin!

Für anrgegungen bin ich offen
Reinhard
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Beitragvon chosdorje » 07.07.2008 10:26

Auch zu diesem Thema gab es von mir mal einen kleinen Vortrag. Hier das Skript:

Schamanismus

Beginn des Schamanismus war schon vor der letzten Eiszeit (ca. vor 30.000 -40.000 Jahren)
Psychische Methode; gibt es in vielen Religionen; kulturübergreifend; keine Doktrin, Weltkirche, heiliges Buch, Priester, der sagt, was richtig oder falsch ist.

Schamanisches Weltbild: gesamte Natur ist von Geistern beseelt; Animismus, Naturphilosophie; Geist = Bewusstsein
Glauben an Hilfsgeister, Mythen, Kraft der Götter und Geister (schützende und böse)
Dreigliederung des Universums: obere, mittlere, untere Welt; werden durch Weltenbaum miteinander verbunden
obere Welt: positiv, gute Geister, Hauptgottheit
mittlere Welt: Menschenreich
untere Welt: Totenreich

Schamane: Heiler, Priester, Sozialarbeiter, Mystiker, Wahrsager, Dichter, Sänger, Seelenführer, Leiter von Opferzeremonien
Gestörtes Gleichgewicht zwischen Körper und Seele wieder herstellen
Vermittler zwischen krankem Menschen und bedrohlichem Geist; tritt mit Geist durch Seelenreise in Kontakt oder holt den Geist herbei; versucht Geist zu bereden, vom Opfer abzulassen. Im Tausch bietet der Schamane dem Geist Opfer oder Rituale an. Weigert sich der Geist, ruft der Schamane Hilfsgeister herbei und bekämpft den feindlichen Geist.
Wer wird Schamane? Familientradition/Vererbung; potentieller Schamane ist äußerlich oft durch einen überzähligen Knochen erkennbar
Schamanenkrankheit: Geister rufen den Schamanen-Kandidaten; wenn er nicht will, quälen und verfolgen sie ihn so lange, bis er den Job macht; Inititationskrankheit

Unterschied Schamane-Medium:
Schamane: aktiv, willentliche Trance; hat Kontrolle ber Trance; kann Geister wieder fortschicken; Vermittlung zwischen Menschen und Geistern durch bewusst hervorgerufene Ekstase
Medium: wird von Geist besessen, passives Werkzeug der Geister

Seele: kann sich unabhängig vom Körper bewegen (Seelenreise/flug). Seelen können von Geistern oder feindlichen Schamanen entführt werden, während der Körper lebendig bleibt.
2 Seelen: wandernde Seele/Freiseele (Bewusstsein)
zurückbleibende Seele/Vitalseele (Körper)

Seelenreise: Merkmal des Schamanen; Reise in die Oberwelt im Himmel oder in die Unterwelt unter der Erde; Trance unter kontrollierten Bedingungen; psychisch gefährlich; Risiko zu Krankheit und Tod
Trance wird hervorgerufen durch Gesänge, Gebete, Hymnen, Segenssprüche, Gesten, Mimik, ritueller Tanz, Trommeln

Hilfsgeist: verleiht große psychische Kraft; Schamane kann sich in die Gestalt eines Tieres verwandeln; er identifiziert sich mit dem Krafttier

Aufgaben des Schamanen:
Opferzeremonien: Tieropfer, Speiseopfer
Weissagung: z.B. Suche nach entlaufenem Vieh
Seelenführer: die Seele des Verstorbenen ins Jenseits geleiten; nur der Schamane kann zwischen den Welten verkehren
Hüter mündlicher Überlieferung: der Schamane lernt Gebete, Gesänge, Mythen auswendig
Initiationen: Schamanen weihen neue Schamanen ein oder welche, die es schon sind, in höhere Stufen
Hebammen: auch männliche Schamanen
Politische Führer: Anführer der Sippen, gesellschaftliche Autorität
Darstellung: Schamane singt, tanzt, macht Musik; rituelles Schauspiel

Schamanentracht: beruht auf dem Glauben, dass der menschliche Körper eine verkleinertes Modell des Weltalls darstellt; Anfertigung der Schamanentracht ist ein symbolischer Akt der Weltschöpfung
Kopfschmuck = Himmel
Rumpfbekleidung = Erde
Fußbekleidung = Unterwelt
Gürtel: Grenze zwischen Ober- und Unterwelt
Gewand: oft aus Fell/Haut/Federn des Hilfsgeists des Schamanen hergestellt; hat selbst magische Kraft; „Kleider machen Schamanen“
Kappe: schützt den Schamanen davor, dass sich seine Vitalseele durch den Kopf entfernt
Krone: oft mit Tierdarstellung oder Geweih verziert; durch sie hat der Schamane Kontakt zu den himmlischen Regionen; Zeichen der Auserwähltheit
Maske: 1. Soll böse Geister irreführen; sie sollten den Schamanen, wenn er die Geister aus dem Körper des Kranken vertrieb, nicht erkennen. 2. Welt der Geister durfte als Mensch nicht betreten werden; Schamane musste sich tarnen. 3. Schamane konnte sich so besser auf die Trance konzentrieren, ohne Ablenkungen von aßuen
Fubekleidung: oft mit Tierdarstellungen verziert oder in Form von Tatzen/Hufen/Vogelfüßen
Gürtel: wird statt des Gewandes getragen; ist mit Amuletten, Zähnen, Klauen, Krallen, Glöckchen, Messern behängt und soll den Schamanen bei Trancereisen vor Gefahren schtzen

Gegenstände: zeigen den anderen, auf welcher Stufe der Hierarchie der Schamane steht
Trommel
Pfeil und Bogen: rituelle Waffen des Schamanen im Kampf mit feindlichen Geistern; der Pfeil symbolisiert den Flug; wurden auch zur Weissagung verwendet
Schamanenstock: bekommt der „Jungschamane“ bevor er seine erste Trommel erhält; hat einen Pferdekopf als Knauf (wie ein Steckenpferd); wird durch „Belebungsritual“ geweiht. Manche Schamanen bleiben ihr Leben lang beim Stock, d.h. „sie gehen zu Fuß“ im Gegensatz zum Schamanen mit Trommel, der mit der Trommel in andere Welten „reitet“
Waffe: z.B. Schwert, wird bei Initiationen benutzt, wo der Schamanenschüler zeigen muss, dass er sich nicht an der Klinge verletzt
Schamanenbaum: stellt Verbindungsweg zwischen Himmel und Erde dar. Das Ersteigen des Baum bedeutet das Aufsteigen des Schamanen in den Himmel. Die Vögel in den Bumen sind Helfer der Schamanen. Adler helfen „weißen“ Schamanen, Raben helfen „schwarzen“ Schamanen. Schamanenbaum mit dem Vogel auf der Spitze stellt die symbolische Verbindung zur Geisterwelt dar. Initiationen und Ausbildungen junger Schamanen finden oft in Bäumen statt.
Schamanengrab: Schamanen werden weit entfernt von Wohnorten beigesetzt, z.B. im Wald. Das Fell der Trommel wurde aufgeschlitzt, damit die darin wohnenden Hilfsgeister davonfliegen konnten. Die Ausrüstung wurde mit ins Grab gegeben, weil sie mit den Geistern in Berührung gekommen war und so für den normal Sterblichen eine Gefahr darstellte.
Mögen alle Wesen glücklich sein!
chosdorje
 
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Beitragvon mondina » 07.07.2008 11:40

Mangels einer allgemein gültigen Definition für den Begriff „Schamane“ gibt’s jede Menge Klischees dafür wer oder was ein Schamane ist, was ein Schamane zu tun bzw. zu können hat und/oder wie ein Schamane auszusehen hat.
Dazu kommt, dass es nur mehr wenige (Sibirien, Mongolei, Amazonasgebiet) intakte schamanische Stammeskulturen gibt.

Wesentlich für alle Schamanen ist, dass sie Mittler sind zwischen den existierenden Parallelwelten. Wie diese Parallelwelten benannt werden (Realität-Wirklichkeit; AW-NAW; Realität bzw. Wirklichkeit-Geistwelt) ist unwesentlich.
Wesentlich ist auch, dass sie „ihre eigene Geistwelt“ als oberste Instanz anerkennen.

Aus meiner Sicht gibt es „Ur-Schamanen“, „Stammes-Schamanen“ und „Zivilisation-Schamanen“, die für Menschen dieser Raum-Zeit-Qualität arbeiten.

Zu den Ur-Schamanen zähle ich die Schamanen aus grauer Vorzeit, diejenigen, die noch nie Kontakt mit „westlichem Denken“ hatten und teilweise diejenigen, die auch heute noch in einer intakten Schamanischen Kultur (Sibirien, Mongolei, Amazonasgebiete) leben.

Zu den Stammes-Schamanen zähle ich diejenigen, die – trotz „westlicher“ Beeinflussung – ihre ureigenen schamanischen Traditionen (Gesänge, Trommeln, Rasseln, Drogen) weitestgehend erhalten konnten… Auch wenn viele bei ihrem Volk oft weniger be- bzw. anerkannt sind als bei den Westlern.
Die Ausbildung der Stammes-Schamanen ist u.a. oft auch deshalb sehr lang, weil zu den schamanischen Techniken auch die überlieferten Traditionen (Mythologie, Gesänge, Tänze etc.) – sie werden immer nur mündlich weitergegeben - Teil der Ausbildung ist. … Daß Stammes-Schamanen einem neugierigen Ethnologen und/oder nachfolgenden Touristen alle Geheimnisse verraten bezweifle ich.

Zu den Zivilisation-Schamanen zähle ich diejenigen, die nicht nur die, in dieser Dimension erlernten schamanischen Techniken (für die kurze Zeit ihrer Tätigkeit) anwenden, sondern ihr Schamanensein wieder soweit angenommen haben, dass sie es in ihrem jetzigen Alltag leben können. Ihr Anderssein – hat nix mit Abgehobensein zu tun - ist für Mitmenschen spür- und wahrnehmbar.
Was die Ausbildung betrifft, ist für mich dann auch kaum ein Unterschied, ob diese Menschen durch ein Seminar zu ihrem ureigenen „Ursprung“ zurück gefunden haben, oder durch die Ausbildung eines Stammes-Schamanen, die meist mit einer Initiation in diesem Leben endet.
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