die drei Bethen

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die drei Bethen

Beitragvon WhiteEagle » 18.02.2005 17:44

WhiteEagle hat geschrieben:
Ysgawen hat geschrieben: Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Keltinnen die Namen Katharina, Margarete und Barbara getragen haben.


die "drei Madln" sind auch nicht wirklich keltisch - das waren nur ihre mythologischen Vorgängerinnen, auf die sie aufgepropft wurden. Die keltische Muttergöttinnentrinität waren Wilbeth (Katharina), Ambeth (Margareta) und Borbeth (Barbara) - klingt schon eher keltisch oder? Und die 3 Bethen wurden angebetet daher auch der Wortstamm für "Beten".

Die keltischen Namen gibts heute zum Beispiel noch in einer Kirche zu sehen:
in der Vigiliuskirche von Obsaurs (Tirol):
Anbett, Vilbett, Gwerbett

herzliche Grüße

WhiteEagle


Anhang/Nachtrag:
übrigens auch in der St. Nikolaus-Kirche in Torren (Nähe Golling) im Salzburger Land

WhiteEagle hat geschrieben:
K+M+B

im ostalpenraum sicher ein bekannter und weitverbreiteter brauch:
das segnen der haustüren durch die heiligen 3 könige zur weihnachtszeit und als ich heute über meiner haustür nachsah, sah ich sogar das C+M+B.

aber wem ist schon bewußt, dass es ursprünglich nicht um die könige ging, die ja nicht mal könige waren, schon gar nicht heilig und auch nicht zu dritt
sondern um die keltische muttergöttinentrinität!?
also
k atharina
m argareta
b arbara
Bild
deren mythologischen vorgängerinnnen waren
wilbede
embede
warbede

man nannte sie
die 3 bethen (beten!!!)
die 3 saligen
die heiligen 3 madl
oder
die 3 wilden frauen

eine variante der christianisierung der 3 bethen war auch aus dem k+m+b ein c+m+b zu machen, also ein "christus mansionem benedictat" (christus segne dieses haus).
doch die schrift war ja bei den kelten tabu - wie wurden die 3 bethen also mit diesem haussegnungsbrauch überliefert?
ganz einfach:
das beschützende zeichen der keltischen bethen sah so aus:
" + + + "
oder
" x x x "

und das findet man heute noch auf hochgelegenen almen in österreich!!!

dass unsere keltischen wurzeln sich durch einen christlichen (christianisierten) brauch bei vielen häusern im alpenraum sich erhalten haben, das fand ich dann doch ganz spannend.

zu den quellen dieser aussagen werde ich demnächst noch kommen, denn ich möchte zu einem austausch über unsere keltischen wurzeln im alpenraum anregen und da sie tatsächlich noch überall zu finden sind - nämlich in den berg-, flur-, wasser- und ortsnamen - werde ich auch auf der website in der rubrik alpenkraft demnächst einiges über diese mythologischen wurzeln anbieten (wird zeit, dass es herbstlich und winterlich wird, dass man wieder am pc arbeiten kann :wink: ).

herzliche grüße

whiteeagle
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Beitragvon chosdorje » 07.07.2008 10:11

Habe mal einen kleinen Vortrag über das Thema gehalten. Hier ist das Skript dazu:

Ambet, Borbet und Wilbet

„3 Beten“
Alter Göttinnenkult aus vorchristlicher Zeit; (vor)keltische Muttergottheiten
Bayern, Südtirol, Rheinland (Matronensteine)
Sie helfen Frauen bei Kinderlosigkeit, in Kindsnöten, kommen nach der Geburt an die Wiege, verrichten Arbeiten, tun Krankendienste und hüten verborgene Schätze

Reliefdarstellungen: 3 Frauen, 2 mit runden Hauben (= Sonnen- und Mondscheibe), lange Wollkleider, Mantel, Körbe mit Obst oder Opfergaben, Ähren, Zweige, Füllhrner (= Fruchtbarkeitsgöttinnen)

Ambet: Erdgöttin, Fruchtbarkeit, Göttermutter, Große Mutter
„am“, „an“ bzw. „ma“ Ursilbe: ana, anna, anu; Urmutter in Europa und Vorderasien
Große Göttin: Sumer – Inanna; Altpersien – Anahita; Altpalästina – Anna; Kreta – Diktyanna; Kelten - Dana; Römer - Ana
German. Erdgöttin Huldana = Frau Holle, Hel, Herrin des Totenreichs
Altirisch: Anu = Göttermutter
Keltisch: Andera = junge Frau
Latein: Annula = Mütterchen
Deutsch: Ahne = Großmutter (bair. Ahndl); Amme; Mutter; Ahnfrau = Hebamme
Keltisch: Ana = Erde
Gotisch: Fani = Moor
Althochdeutsch: Fenna = Moor
Deutsch: Anger
Ambet = Personifizierung der Erde
Samstag = S’ambeztac = Tag der Ambet

Borbet: Sonnengöttin, spendet Licht und Wärme
Keltisch: borco = strahlend, leuchtend; bor = warm, heiß
Kelt. Gott: Borvo bzw. Bormo
Altengl.: beorth = glänzend, strahlend
Althochdeutsch: perahta
Mittelhochdeutsch: berth
Berchta, Percht = die glänzende Göttin
Borbet = Personifizierung der Sonne, die den Menschen u. der Erde Licht und Wärme spendet

Wilbet: Mondgöttin, Wettergöttin, Mondphasen; Beschützerin schwangerer Frauen
wil = weil = Zeitmaß
Engl.: wheel = Rad, Scheibe
Mittelhochdeutsch wel = rund

bet/bit/bede = kelt. fr „ewig“ = die 3 Ewigen
Bethe = Erde (Blumenbeet); Bett (= auf der Erde schlafen)
Beten = die 3 Beten/Göttin anrufen
Frondienst: vrouwendienest; kult. Verpflichtung im Dienst der 3 göttl. Frauen

Dreigestaltige Göttinnen als Ausformung der Großen Göttin gab es im Nahen Osten, in Griechenland, bei den Römern, Kelten und in Nordeuropa.
Indien: Aditi = Erde (indische Gottesmutter), Surya = Sonne; Candra = Mond
China: Zhin (Schutzpatronin der Kinder, Weberinnen, Bäuerinnen), Zhusheng (Fruchtbarkeit, Geburt), Linshui Furen (Göttin, die das Wasser bewacht)

Christianisierung: wurden während der Christianisierung z.T. den offiziellen kirchlichen Heiligen beigestellt
3 Marien, 3 Jungfrauen, 3 Selige, 3 Schwestern, 3 Fräulein, 3 Mäderln
Gefolge der hl. Ursula (11.000 Jungfrauen)
Fides, Spes, Caritas (Glaube, Hoffnung, Liebe), 3 Töchter der hl. Sophia (Weisheit); starben unter Kaiser Hadrian für ihren Glauben
14 Nothelfer: 11 Männer + Barbara, Katharina, Margarethe (= 3 Beten); „Barbara mit dem Turm, Margarethe mit dem Wurm (Drachen), Katharina mit dem Radl, das sind die 3 heiligen Madel.“
Ambet = Mutter Anna (Patronin der Schwangeren und Gebärenden) und Nothelferin hl. Katharina
Borbet = hl. Barbara
Wilbet = Mutter Maria und Nothelferin hl. Margarethe
Anna Selbdritt: Darstellung von Anna, Maria und Jesus
Oft ist Petrus an die Stelle der 3 Beten getreten. Auf „Petersbergen“ waren früher oft heidnische Kultplätze (Kraftorte!)

Anbede, Ambede, Einbede, Ainbeth
Borbet, Worbet, Gwerbet, Barbeth, Warbeth „Sankt“ davorgesetzt
Vilbet, Wilbet, Willibet, Frbeth, Svilbett

„Die Kirche hat die alten Heidengötter umgetauft und mit neuen christlichen Namen in die Schar der Heiligen eingereiht.“

Buchtipp: Erni Kutter: Der Kult der drei Jungfrauen, Kösel Verlag
Mögen alle Wesen glücklich sein!
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Re: die drei Bethen

Beitragvon bragi » 07.07.2008 19:36

WhiteEagle hat geschrieben:. . .
K+M+B

im ostalpenraum sicher ein bekannter und weitverbreiteter brauch:
das segnen der haustüren durch die heiligen 3 könige zur weihnachtszeit und als ich heute über meiner haustür nachsah, sah ich sogar das C+M+B.

aber wem ist schon bewußt, dass es ursprünglich nicht um die könige ging, die ja nicht mal könige waren, schon gar nicht heilig und auch nicht zu dritt
sondern um die keltische muttergöttinentrinität!?
also
k atharina
m argareta
b arbara
. . .

herzliche grüße

whiteeagle


Ich grüße Dich "White Eagle"

als Neu-Ling (auf diesem wahrlich interessanten Forum) und Neu-Gieriger in Sachen woher - wohin - warum lese ich mit Überraschung Deine C+M+B - Auslegung. Ich frage Dich, was Du von der Deutung " christus mensionem benedicat " hältst, und wo diese Auslegung evtl. herkommt?
Ich freue mich auf Deine Nachricht

Abendsonnigen Gruß
bragi
"s´Lebn is so einfach, dass ´s direkt kompliziert is´!"
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Re: die drei Bethen

Beitragvon WhiteEagle » 07.07.2008 20:06

bragi hat geschrieben:als Neu-Ling (auf diesem wahrlich interessanten Forum) und Neu-Gieriger in Sachen woher - wohin - warum lese ich mit Überraschung Deine C+M+B - Auslegung. Ich frage Dich, was Du von der Deutung " christus mensionem benedicat " hältst, und wo diese Auslegung evtl. herkommt?
Ich freue mich auf Deine Nachricht


hallo bragi,

es ist nicht meine auslegung, die habe ich vom kelten-schurli - also vom georg rohrecker - und die erscheint mir mehr als schlüssig, wenn man sich ein bissal in das thema eingearbeitet hat.
eigentlich schon fast extremes beispiel für "christianisierungen", "taufen" von heidnischen "vorgaben".
aus "Drei Frauen" mach "Einen Christus".... :wink:

lg

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