Hüter der Kraftorte und Kultplätze

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Hüter der Kraftorte und Kultplätze

Beitragvon WhiteEagle » 18.02.2005 18:50

WhiteEagle hat geschrieben:Liebe Freunde des Forums Alpenschamanismus,

aus gegebenen Anlass möchte ich auf mein Projekt Kultplatzhüter hinweisen. Gerade sind wieder zwei neue dazugekommen und ich seh noch weitere "Anwärter". Wenn ihr euch mit dieser Philosophie identifizieren könnt und mit einem oder mehreren Plätzen oder einer ganzen Region besonders verbunden/verwachsen fühlt, dann bitte ich euch, miteinzusteigen und euer Wissen und Fühlen auch an andere weiterzugeben, die vielleicht gerade erst anfangen, wieder den Bezug zu sich und zu Mutter Erde zu bekommen. Und die alten Kultplätze und Kraftorte sind ein wunderbares Medium, um sie wieder in die alten Mythen einzuweihen.
Und auch wenn ihr euch nur einem besonderen Baum oder Bach oder was auch immer vertraut fühlt, gebt dieses Fühlen mit der entsprechenden Sensibilität weiter. Nur Mut!

Auch wenn ihr Menschen kennt, von denen ihr denkt, sie wären dafür geeignet, dann laßt es mich wissen.

Das Hüter-Verzeichnis benötigt nur
den von euch gewählten Platz
euren Vornamen
eure Mail-Adresse oder Telefon-Nummer.

Und so sieht es aus:
http://www.alpenschamanismus.de/Netzwerk/Huter/huter.html

Und das ist das Projekt:


Mein Projekt "Kultplatzhüter" entstand durch Symbiose der Visionen zweier Menschen. In den nachfolgenden Texten habe ich die vom AK Bioregionalismus & Spiritualität entwickelten Prinzipien und Hans Haids Worte zum Kult und Mythos in den Alpen als stimmige Darstellung und Begründung unserer Absichten gefunden und übernommen.
Ich hoffe, dass viele Menschen den Zugang zu diesem Projekt und seiner Notwendigkeit finden.

Rainer Limpöck
Oktober 2003

Orte der Kraft - Prinzipien eines sanften und nachhaltigen Umgangs

Sagen und Mythen sind fast immer mit bestimmten Orten, mit einer Region, verbunden. Sie beschreiben das Wesen besonderer, heiliger Plätze. Die Hinweise der Sagen und Mythen können zur Grundlage der eigenen Arbeit mit den Orten der Kraft werden. Im Zuge eines zunehmenden Mytho- und Kultplatztourismus wird immer häufiger auf die negativen Folgeerscheinungen dieses Trends hingewiesen, der auch zu einer Verkommerzialisierung und Ausbeutung der starken Plätze führt(e). Heiligtümer, die vom mythischen Bewußtsein unserer Vorfahren zeugen, sollen für die nach uns kommenden Generationen erhalten werden. Aus diesem Grund werden Touristen, die sich auf die Spuren der Mythen und Kultplätze heften, ersucht, folgende Kriterien zu berücksichtigen, die für eine sanfte, nachhaltige Nutzung der Orte der Kraft bedeutsam sind:
Entgegen einer weit verbreiteten Meinung sind Orte der Kraft nicht dazu da, um von ihnen Energie »zu holen«; sie sind keine Tankstellen für ausgehungerte Seelen. Vielmehr benötigt der richtige Umgang mit diesen Plätzen den Prozeß des Gebens und Nehmens: Opfern und Danken ist untrennbar mit einer sinnvollen Kontaktaufnahme mit Kultplätzen verbunden.
Nicht die Quantität, sondern die Qualität entscheidet. In früheren Epochen wohnten die Menschen fast nie unmittelbar bei den Orten der Kraft. Sie zogen im Gefolge einer Wallfahrt oder Pilgerschaft hin, verrichteten ihre Zeremonien und zogen weiter. Wenn Sie unsere mythischen Orte besuchen, ist es oft sinnvoll, hinzugehen, zu spüren, zu danken und wieder weiterzuwandern. Sie müssen die Orte der Kraft nicht belagern. Die von diesen Plätzen ausgehende Inspiration kann auch noch nach Tagen in einem Traum zu Ihnen kommen - wenn die Inspiration dies will; nicht, wenn Sie dies unbedingt wollen!
Heilige Plätze suchen Hüter, nicht Konsumenten. Wenn Sie wissen, daß Orte der Kraft durch Straßenbau oder geplante Kraftwerke etc. bedroht sind, engagieren Sie sich, um diese energetisch und geomantisch unverantwortlichen Vorhaben zu verhindern. Jeder vernichtete Kultplatz, jeder verwüstete Ort, der von alten Mythen und Sagen kündet, ist ein spiritueller und oft auch ökologischer Raubzug auf Kosten unserer Kinder und Enkel.
Viele wundersame Orte sind Quellen der Kraft für die Landschaft und die Einwohner einer Region. Bestimmte Wallfahrtskirchen oder Flurdenkmäler, die oft an geomantisch bedeutsamen Punkten stehen, sind Bezugspunkte für die Identität der Bewohner; auch, wenn dieser Bezug oft unbewußt oder »nur« im emotionalen Bereich angesiedelt ist. Respektieren Sie bitte als Tourist die Gefühle der heimischen Bevölkerung gegenüber ihren heiligen Orten! Dann werden sich vermutlich auch die Einheimischen freuen, wenn Sie Interesse für ihr Land zeigen.
Regional gebundene Orte der Sagen und Mythen sind nicht von der übrigen Landschaft losgelöste »Höhepunkte« oder Sensationen. Jede Region bildet einen einheitlichen Lebensraum, in dem sich Ökologie, Wirtschaft, Geschichte und soziale Gegebenheiten mit spirituellem Brauchtum verbinden. Wenn Sie örtliche Kraftplätze aufsuchen, dann fördern Sie bitte die dazu gehörende Region durch Einkauf bei den Bauern (»Direktvermarktung«) sowie in Gewerbebetrieben und Geschäften, die in regionaler Hand sind. So tragen Sie zu einer ganzheitlichen Revitalisierung der Region bei.
Seien Sie lernbegierig:
Wenn Sie einen alten Kultplatz besichtigen ?
welche Geschichte hat er aufzuweisen?
Welche Bedeutung hat(te) er für die Geschichte der Region? Wird er heute noch genutzt?
Welchen ganzheitlichen Stellenwert kann er für die Region haben?

Beschäftigen Sie sich bitte mit der Gegend, die Sie bereisen. Lernen Sie neben den Orten der Kraft auch Land und Leute kennen. So überwinden Sie das trennende Teilwissen und gelangen zu echter ganzheitlicher Sicht.

Versuchen Sie nicht, von Einheimischen zwanghaft Hinweise auf Felsritzungen und mythische Plätze zu erhalten. Es gibt viele solcher Orte, die auch heute noch von einer Familie oder einem kleinen Ortsteil »genutzt« werden bzw. einzelnen als Orte der Besinnung dienen.

Lassen Sie es zu, daß diese »stillen« Orte der Kraft im Schatten des Geheimnisses bleiben und nicht in das Licht der allgemeinen Bekanntheit rücken. Gerade heute, wo wir einen regelrechten Kultplatzboom haben, benötigen wir solche stillen Plätze, die Sie ohnehin rufen, wenn es so sein soll.

Beschränken Sie sich bitte auf die bekannten Plätze und auf das, was Ihnen der »Zufall« oder die Inspiration weisen.

Seien Sie kein Kultplatz-Vampir und kein Mytho-Zombie! Unsere Zeit verlangt auch im Bereich des Mytho-Tourismus und Kraftplatzbooms den respektvollen, mündigen, verantwortlich handelnden Menschen! Die Einwohner einer Region und Ihre eigenen Nachkommen werden es Ihnen danken!

Diese Prinzipien zum sanften, nachhaltigen Umgang mit den Orten der Kraft wurden vom Arbeitskreis für Bioregionalismus und spirituelle Ökologie (Bad Aussee) im August 1995 erstellt.

Kontaktadresse:
AK Bioregionalismus & Spirituelle Ökologie, Grubenstr.15, A-8990 Bad Aussee, Tel. 03622/53016

und Hans Haid schrieb Folgendes:

Es bahnen sich zweierlei Extreme an. Zuerst ist es die weitere Mutation und Degeneration des Älplers, die folkloristisch-touristische Raffgier, das weitere Erbauen von Aufstiegshilfen in die höchsten und schönsten Gebirgsregionen , "das Erschließen" letzter Ferner-Schönheiten, das geistige Verkümmern der massentouristisch begrenzten Hoteliers-Hirne, das Dahinweichen des Geistes und der Poesie sowie das erschreckende Zunehmen der neuen "Kulte" in den Alpen mit Snow-Mythos und Betten-Wahn, allesamt eingebunden in eine neue Sehnsucht des Menschen nach Wurzeln und Geborgenheit, nach der Wiedergewinnung der eigenen Überschaubarkeit und Gestaltbarkeit. Wehe aber diesen Snow-Helden und miserablen Heimatzerstörern!....
...Was wird dem gegenüberstehen? Ein intensives Wurzelsuchen, ein beständiges Nachforschen, ein Wiederentdecken alter Steine, Mahnmale, Bergweisheiten, Kräuterkundigkeiten und Überlebensmöglichkeiten.
Es wird sich ein ungeheures Anwachsen der KULTUR- und BÜRGERINITIATIVEN ergeben, zwangsläufig, wegen der notwendigen Konfrontation mit den uneinsichtigen Brutalzerstörern.
Diese über die ganzen Alpen und solidarisch in alle Urlaubsländer sich wie im Schneeballsystem ausbreitende MÜNDIGKEIT & EMANZIPATION wird immer mehr erstarken und wird etablierten Organisationen nach und nach den Garaus machen. Tausende junger Menschen werden wurzelsuchend die STARKEN PLÄTZE der Regeneration und des Krafttankens aufsuchen, werden sich hundertfach zusammenschließen und ein neues Leben erproben: auf Almen beim Käsemachen und Geistergeschichten erzählen; beim Tanz um Mythos und Schalenstein. Und es kann von dieser postmateriellen Denkweise und von diesem ANDEREN LEBEN eine neue Kraft ausgehen.
Wir stehen am Beginn einer Entwicklung.
Wenn unsere Wälder und Bergtäler, Almen und Alpenrosensträucher, Farne und Arnikawiesen tot sind, ökologisch tot und vergiftet, wenn unsere Parade-Tourismus-Folkloreälpler ebenfalls tot sind, also hoffnungslos degeneriert, geistig-musisch tot, dann ist die Chance gekommen für MYTHOS & KULT in den Alpen.
Wir erleben eine neue Zeit.

Hans Haid - Mythos und Kult in den Alpen, 1990 - Verlag rosenheimer



schamanische Grüße

WhiteEagle


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Beitragvon Spirit_of_Light » 09.05.2008 13:58

Hallo White Eagle,

ich finde diese Initiative wirklich großartig. Zur Zeit habe ich 3 Bäume, mit denen ich intensiveren Kontakt pflege: eine Eiche zum Knuddeln, eine Buche zum Reden, und ein Apfelbäumchen (das hat leider häufig meinen Zorn abgekriegt, da ich in seiner Gegenwart leichter schimpfen konnte wegen der weiten Sicht!)

Bei jedem dieser Bäume hab ich mich bedankt, dafür, dass Sie mir Stärke und Mut und Liebe entgegengebracht haben. Ich habe ihnen auch meine Liebe geschenkt und segne sie mit Liebe und Licht, wenn ich das Gefühl habe es sollte so sein. Da ich noch nicht "Hören" kann, bedurfte es eines Freundes, der mich auf eine Erkrankung der Buche aufmerksam machte. Ich habe versprochen, diesem Baum heilende Energie zukommen zu lassen. Das mache ich, fast immer, wenn mich mein Spaziergang mit meinem Hund dort vorbei führt.

Es ist für mich ein sehr befriedigendes Gefühl, auf diese Art und Weise etwas zurück geben zu können, so lange ich in dieser Region verweile.

Für mich sind diese Plätze in der Natur besondere Plätze, auch wenn keinerlei Anzeichen für das Vorhandensein eines Kultplatzes vorliegen.

LG Spirit of Light
Liebe einfach!
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Beitragvon Rabin » 07.07.2008 12:11

Lieber Rainer,

ich hüte in und um München Quellen, Weiher, Teiche, die Isar, diverse Bäume und Plätze

wenn Du magst, trag mich ein mit "Dagmar"
waldmarie@googlemail.com


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