Frauenlöcher am Hintersee bei Berchtesgaden

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Frauenlöcher am Hintersee bei Berchtesgaden

Beitragvon WhiteEagle » 07.11.2005 20:04

"Am Fuße des Hirschbühels bei Hintersee sind Felsenhöhlen, welche man Frauenlöcher nennt. Hier wohnten in alten Zeiten drei wilde Frauen. Früher sahen die Leute oft, wie die wilden Frauen im Hochsommer auf Stangen weiße Kindstüchel aufhingen. An den Frauenlöchern vorbei, unten im Tale, fließt der schwarze Bach."

Im Buch von Erni Kutter "Der Kult der Drei Jungfrauen" gehts in diesem Kapitel u.a. um die Bedeutung der Schwarz-/Weiß-Symbolik in Zusammenhang mit den 3 Bethen.
Doch was mich dabei besonders interessiert, ist die geografische Lage:

von dieser Sage hatte ich noch nichts gehört, allerdings gibts eine erstaunliche Koinzidenz:
im beschriebenen Gebiet gibt es den Teufelskopf
und im Teufelskopf gibt es ein Teufelsloch...
also ein Felsenloch , aber vermutlich kein Sonnendurchgangsloch.

Nur - an unserem Falkenstein gibts auch Frauenlöcher
und auch ein Felsenloch - möglicherweise ein Sonnendurchgangsloch.

Jetzt wären Berchtesgadner oder Ramsauer gefragt (einer fällt mir grad ein).
Wo liegen die Frauenlöcher am Hintersee und welchen Zusammenhang haben sie mit dem dortigen Teufelsloch
und was haben die 3 Bethen dort getrieben?
Und zur Schwarz-/Weißsymbolik (Tod/Wiedergeburt usw):
bei den Inzeller Frauenlöchern gibts die Weißbachquelle, die ich schon immer mit dem Falkensteinmythos in Verbindung gebracht habe.
Und bei den Hinterseefrauenlöchern wird von einem schwarzen Bach gesprochen.

Bin gespannt, obs darauf ne Antwort gibt!

geomantische Grüße

Rainer
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Beitragvon Wassertraeger » 08.11.2005 10:57

Dieses Gebiet ist ja von Haus aus sehr imposant.
Gegenüber des Teufelskopf gibt es den Salzkopf (Salz >> weiß + heilig), weiter vorne den Halskopf und wenn man die Straße zum Hirschbichl hinaufgeht, dann kommt man rechterhalb am Hochzeitsstein vorbei. Gut schauen, ist leicht zu übersehen.
Als ich dort letztes Mal vorbei kam, war die Sage auf einen Zettel geschrieben und hinter Folie verschweisst an einem Pfosten angetackert, leider war Wasser eingedrungen und sie war nicht mehr leserlich. Ich kannte die Sage bzw. Sinn des Steins schon vorher!
Der Stein ist ausgehöhlt zu einer großen Schale (natürlich??) und in dieser liegt ein weiterer relativ großer schwerer Stein.
An diesem Stein sind seitlich sehr kleine Vertiefungen, an denen man den Brock nur mit den Fingerspitzen halten und dann dreimal um den Schalenstein tragen muss! Gelingt einem dies, so ist er heiratsfähig, wenn nicht, dann eben nicht!!

Als ich zum ersten Mal dort vorbei kam probierte ich es natürlich aus und siehe da, ich war nicht heiratsfähig!! Ich hatte nicht die geringste Chance den Stein dreimal rumzuschleppen! Ok, ich habe es keinen gesagt und habe trotzdem paar Jährchen darauf geheiratet!

Aber jetzt ist alles anders! Als ich wieder Mal vorbei radelte, war der Stein nicht mehr derselbe. Gleich schwer ist er immer noch, aber jemand hat mit der Flex tiefe Rillen eingeschliffen und somit ist es um einiges leichter, da habe ich es auch geschafft!! Ob es auch noch nachträglich zählt??

Ich weiß nicht ob es der originale Stein ist, der jetzt dort liegt oder ob der Stein mit den tiefen Rillen ein Neuer ist?
Vielleicht hat den Stein auch nur ein frustierter Prä-Hochzeiter bearbeitet um somit seine Absicht zu untermauern und zu bestätigen??
Eine liebe Art des Selbstbetrugs, na dann viel Glück dem Hochzeiter!

Über die Gegend müsste uns die Nationalparkaufsicht sicherlich gut Auskünfte geben können. Eine Infostelle befindet sich ja gleich am Eingang des Tales. Leider weiss ich nicht, ob die im Herbst bzw. Winter besetzt ist!

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Frauenlöcher ohne Ende

Beitragvon WhiteEagle » 09.11.2005 08:51

herrlich, wie du über den Hochzeitsstein erzählst. Er scheint etwas mit deiner Entwicklung zu tun zu haben!

Aber noch interessanter war der Hinweis in Zusammenhang mit den Sagen dieser Gegend. Ich habe selber auch schon in den Höhlenbüchern und Archiven rumgeschnüffelt. Aber da gibts keinen Hinweis auf eine real existierende Höhle "am Fuße des Hirschbühels".
Ein wahrer Mythos?
wenn da nicht immer ein realer Kern zugrunde liegen würde und wie du schon sagst:
die Gegend hats in sich:

ein uralter Salzweg und Paßübergang vom Berchtesgadener Tal in den Pinzgau. Da mögen die Menschen viel gesehen und erlebt haben.
Wenn sie durch den Zauberwald zogen,
am idyllischen Hintersee vorbei,
unterhalb des Teufelskopfs das Teufelsloch erblickten,
sich am Hochzeitsfelsen erprobten
und vielleicht um die Nähe der 3 Bethen wußten...

jene Frauenlöcher gilt es zu finden. Das sieht nach einer Exkursion im nächsten Jahr aus - oder noch in diesem Herbst, wenns so weitergeht.

Übrigens:
im Höhlenbuch über die Reiteralm werden mehrere Frauenhöhlen erwähnt
- auf österr. Seite und bei einer gibts einen Sagenbezug zu den Wildfrauen. Das reichte mir schon, um den Mythos FRAUENLÖCHER UND WILDFRAUEN irgendwann mal genauer anzusehen - in meinem Vortrag mache ich ja schon den Anfang, aber das sieht schon fast nach einem eigenen Vortragsthema aus!

und noch 2 Kraftorte und Kultplätze im Gebiet Hintersee:

die Wallfahrtskirche Maria Kunterweg

Foto: http://www.notthafft.de/personen/cajeta ... weg1_2.jpg

und die Mariengrotte am Wartstein über dem Hintersee

Foto: http://www.alpenhof-hintersee.de/bilder ... rsee_2.JPG
Zuletzt geändert von WhiteEagle am 09.11.2005 13:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Wassertraeger » 09.11.2005 10:35

@ White Eagle

Werde mal unseren alten Wissenden dazu befragen. Der hat ja erst kürzlich sein neues Buch über die Reiter Alm veröffentlich. Dieser Mann weiß sicherlich dazu etwas zu berichten!

Ich glaube auch, wie Du schon erwähnt hast, dass die Menschen, welchen diesen Weg beschritten viel erlebt und gesehen haben und dass es eine wichtige Straße gewesen sein muss.
Irgendwie gibt es dann auch eine Verbindung mit dem Wachterl, dem Tal der 1000 Kräuter und allen was da unten so zu finden ist.

Auch gibt es eine (jetzt noch kleine Verbindung) zwischen der Reiteralm und unseren Triskel.
Ich weiss nicht mehr, ob ich es schon mal im Forum erwähnt habe, aber unser alter Wissender erzählte mir von einen Grenzstein in der Nähe des Buchenhofes ( Spitze Triskel). Dieser Grenzstein Nummer Eins weist auf seinen Seiten die Wappen von Bayern und Salzburg auf. Von seiner Lage aus kann mal wohl zum ersten Mal so in Richtung Anger schauen.
Dies war auch die Richtung, welche die Kelten einschlugen, als sie am Ufer des damaligen Talsees entlang marschierten. Der Grenzstein liegt sozusagen auf dem gegenüberliegenden Ufer.
Bezug zur Reiter Alm >>> von diesen Grenzstein aus ziehen jetzt weitere Grenzsteine entlang der alten Grenze bis hinauf und hinüber der Reiter Alm. Vielleicht sind wir auch schon auf der Spur eines alten Pilgerweges rund um die Reiter Alm!


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