Strailachkapelle

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Strailachkapelle

Beitragvon Wassertraeger » 04.10.2006 10:23

Bei mir ums Eck steht eine Kapelle, welche Strailachkapelle heißt. Für mich steht sie auf einen besonderen Ort und zwar auf der Sommersonnwend-Linie des Reichenhaller Triskels.
Man vermutet, dass sie einst von den Salzfahrern erbaut wurde. Mir stellt sich die Frage, warum denn ausgerechnet hier?

Gestern traf ich eine alte einheimische Frau, welche mir erzählte, dass diese Kapelle schon immer bei den alten Leuten >> Kabinock << genannt wurde.
Ein sehr seltsamer Name!

Kann mir vielleicht jemand mit diesen Begriff weiterhelfen?

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Beitragvon Ysgawen » 04.10.2006 12:14

Hab bei Wikipedia gefunden:

Nock bezeichnet in der Seefahrt
das Ende einer Rah, die Rahnock
das achtere Ende eines Baumes, die Baumnock
das Ende der Brücke, die Brückennock

Rahnock
An beiden Enden der hölzernen oder eisernen Rah eines Segelschiffes ist die Nock. An dieser befinden sich Augen und Blöcke an denen die Schoten der darüberliegenden Segel und die eigenen Toppen und Brassen, die Fußpferde und Sicherheitsstagen befestigt sind.

Baumnock
Das hintere ("achtere") Ende des Baumes heißt Nock oder Baumnock. Handelt es sich z. B. um den Großbaum (der Baum an dem das Großsegel angeschlagen wird) so spricht man von der Großbaumnock.

Brückennock
Auf den meisten Schiffen ist an Backbord und Steuerbord vom Ruderhaus ein offenes Deck, welches über den Aufbau hinaus bis an die maximale Breite des Schiffes ragt. Diese Nock dient zur Erlangung eines besseren Überblickes, z. B. bei Hafenmanövern, weshalb auch in neuerer Zeit an den äußeren Enden ein Fahrstand, d. h. ein Tableau mit den wichtigsten Bedienelementen, eingebaut ist. Hier steht auch der Ausguck, um zu sehen und zu hören. Bei Schiffen, die viel in nördlichen Gewässern fahren, ist die Nock ein integrierter Teil der Brücke, ist also nicht mehr offen.

Salzschifffahrt... hm Kabi... vielleicht Kaibi, keine Ahnung allerdings, was Kälber damit zu tun haben könnten.

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Beitragvon gaia » 04.10.2006 12:57

Hallo Wasserträger, vielleicht hilft dir das weiter:


nock(1)
Phallus, Penis; aus nach/nack, vgl. ags."hnocc"=Penis, schwed.munda."nocka"=Zapfen; benennt Ort a) mit einer phallischen Säule und/oder b) für rituellen Sex
nock(2)
Berg, Hügel, Kugel; aus nach/nack, vgl. schwäb.bair."nock", tschech."wnuka", mnl."nocke", isl."hnokki", anord."hnokinn"; beschreibt die erhöhte Lage des Ortes

Verweis auf: (1)Kultplatz
(2)Versammlungsort

Beispiele: Nockalm, Nockenstein





str~

Bedeutung: gerade, fest, linear; aus idg."*ste~,*stá~,*stú~" für hart, fest stehen in Lautumstellung, vgl."anord."strá", anl."stró", afries."stré"= Langes, Hartes, lebt in "Stroh", weiter belegt durch seine Erweiterungen in z.B. str~b(p,f), str~g(k,ch), str~l, str~d(t,s); beschreibt die am Ort aufgestellte phallische Säule


Verweis auf: Kultplatz


kab/kob

Bedeutung: (Runen)Stock, (Runen)Orakel; aus idg."*´geb(h)", vgl.mnd.mnl."kavelen"=Los werfen, afries."kavelia", aschwed.anord."kafli"; steht zu zab/seb in gem.Wurzel sowie los und pank; benennt am Ort vollzogene Handlung


Verweis auf: Heiligtum


Für weiteres Suchen:

http://www.onomantie.de/

LG
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Beitragvon Wassertraeger » 04.10.2006 14:20

Danke Euch allen!

Das ein oder andere finde ich diesbezüglich sehr überlegenswert!

Richtig erhöht liegt die Kapelle ja eigentlich nicht, aber am Rande eines einstigen Ufers und vielleicht somit für die Salzfahrer erhöht. Auch steht sie irgendwie auf einen Eckpunkt, wo einst die Saalach oder Ursee die Richtung änderte, auch könnte man sich vorstellen, dass ab dieser Stelle der Fluss breiter wurde.
Ich bleib mal bisserl am Ball!

Vielen Dank nochmal!

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Beitragvon Wassertraeger » 11.10.2006 11:11

Ich hatte gestern wiederholt ein treffen mit besagter älteren Frau und die schrieb mir ihr damals bekannte Schreibweise auf >> Cape Nock <<!

Aus dem Link von Dir Gaia habe ich herausgefunden, dass die Kapelle vieleicht einst mit Fruchtbarkeit zu tun haben könnte.

Der Begriff hat auch einiges mit dem Kopf zu tun und da ist die Bauweise der Kapelle schon recht auffällig.
Auf der Vorderseite befinden sich erhöht ovale Fenster, welche die Augen darstellen könnten und die Eingangstür den Mund.
Wenn ich es mir so recht überlege, dann ist mir derartig nichts gleiches bekannt. Muss mal mehr mit offenen Augen durch unsere Gegend fahren und schauen, ob mir an anderen Kapellen so was auffällt.

Ich bitte White Eagle, mir ein Bild von der Kapelle hier einzustellen. Da hätte ich ein recht gutes mit Regenbogen!

Die Kapelle steht genau bei einer Ausfahrt auf die B 20, einer sehr stark befahrenen Straße. Dort geschahen früher sehr häufig Unfälle, teils auch recht schwere. Man hat die Ausfahrt geändert und nur Rechtsabiegen erlaubt. Auch das Einordnen zum Linksabbiegen zur Kapelle wurde jetzt untersagt, sprich man muss jetzt mehr Wegstrecke in Kauf nehmen, will man zur Kapelle ein- oder ausfahren! Somit passiert dort so gut wie nichts mehr, trotzdem ist die Ausfahrt meiner Meinung nach immer noch recht gefährlich. Dies nur so am Rande, als Hintergundwissen!
Danke nochmal

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Beitragvon Ysgawen » 11.10.2006 12:56

Vielen Dank fürs "auf-dem-Laufenden-halten". Cape Nock... spannend. Vielleicht schaffen wir es morgen ja noch vor dem Trommeln einen Abstecher dorthin. Wo liegt sie gleich wieder genau, habs vergessen... gleich da, wo es zur Staffabrugg geht?

ansonsten versink ich im Holzschlichten und Pflanzengeschichten, bin nicht recht nützlich im Augenblick für andere Dinge

Herzliche Grüße von Lisa
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Beitragvon Ysgawen » 20.10.2006 14:15

Hm... hast Du irgendwelche alten Karten, wie die Flüsse dort zusammenliefen, als die Kapelle gebaut wurde? Cape, Kap... vielleicht wars dort nicht ungefährlich, rein "flusstechnisch" oder aber wegen Räubern?

Interessant wäre, falls das stimmt, dass man in neuen Zeiten unbewusste die alte Gefahr wieder eingebaut hat -

Grüße von Lisa
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Beitragvon Wassertraeger » 21.10.2006 19:28

Flüsse laufen oder liefen dort einst nicht zusammen! Der einzige Fluss der hier durchzog war die Saalach.
Auf alten Bildern, welche mir Heimatpfleger zeigten, wurde hier auf der Höhe der Kapelle die Saalach recht breit. Man weiß, das einst die Staufenbrücke über 500 Meter lang war.
Nun, ab hier flussabwärts wurde demnach die Saalach ruhiger, was vorher wohl nicht der Fall war. Der Ort konnte ein Ort der Rast sein, weil hier das Schlimmste für die Salzflossfahrer vorbei war.

Ich bleib weiterhin bisserl am Ball!

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Beitragvon Ysgawen » 21.10.2006 22:59

:oops: da bin ich die Falle meiner inneren Bilder getappt... wiiiie scharf war denn die Richtungsänderung? Vielleicht kannst mal ein Bild hier einstellen oder mal mitbringen, wenn ein Alpenevent ist (eine ungefähre Skizze langt). Irgendwie sah ich zwei Flüsse. Aber - je nach Standpunkt (keine Ahnung, wo mein inneres Auge stand), könnte es wie zwei aussehen, wenn einer sich in die Kurve legt.

Liebe Grüße von Lisa
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Beitragvon gaia » 22.10.2006 13:30

Hallo Ysgawen,

ich denke, du kannst deinen inneren Bildern vertrauen, sie werden ja nicht vom Bewußtsein verfälscht.
Wenn es hakt, kann das nur am Erklärungsversuch der anderen Hirnhälfte zu den Bildern liegen.

LG gaia
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Beitragvon Ysgawen » 22.10.2006 18:09

:D jetzt lenk ich mal die erklärende Gehirnhälfte ab, leg ihr ein mathematisches Rätsel hin...

Mein inneres Bild zeigte eben den Zusammenfluss, möglicherweise auch eine scharfe Biegung. Und die Gefahr, die dort lauerte. Mein Gefühl sagte: eine Tragödie, ein Fluch vielleicht, ein Opfer... dieser Fluch könnte noch zum Spüren sein, die Straße heute - hätte wahrscheinlich von Anfang an ungefährlicher gebaut werden können...

Sind so die Fetzen. Und weil ich heute das Glück hatte, den Wasserträger zu treffen, der mir von einem Kreuz erzählte, das als Bann und Schutz gegen "böse" Geister errichtet wurde - vielleicht hatte die Kapelle auch diesen Zweck, Dunkles zu bannen.
Vielleicht aber auch wirklich ein Ort der Dankbarkeit, weil die schlimmsten Passagen hier für die Schiffer gemeistert waren

Herzliche Grüße von
Lisa, halbhirnig :wink:
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Beitragvon WhiteEagle » 22.10.2006 18:17


bissal spät... aber dennoch´!

Sorry!



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