Jul-Sonnendurchgang Großgmain

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Beitragvon PC-Schamane » 27.12.2006 21:53

Letztens kam im Fernsehen eine Sendung über ein Experiment, in dem Stonehenge in Holz und Styropor nachgebaut wurde, und zwar vollständig, soweit das nach dem gegenwärtigen Stand der Forschung zu rekonstruieren ist.

Das nachgebaute Stonehenge musste dabei um einen bestimmten Winkel (ich vergaß leider, welchen) zur Achse des Originals gedreht werden, um den Verlauf der Sonne zur Zeit nach der Entstehung des Originals korrekt nachstellen zu können.

Ausgangspunkt war die Idee, dass die Sonne bei ihrem Aufgang zur Sommersonnenwende und bei ihrem Untergang zur Wintersonnenwende in einer bestimmten Weise durch die Steintore leuchtet.
Mit dem "verdrehten" Nachbau konnte das bestätigt werden.

Die Vermutung liegt nahe, dass das für die Sonnenlöcher auch gilt.

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Beitragvon Wassertraeger » 27.12.2006 23:06

Ok, wenn ichs richtig verstehe, dann stimmt das heutige Stonehenge nicht mehr mit dem Sonnenlauf überein, oder!
Wie lang war dann Stonehenge in Betrieb? War dann der veränderte Winkel, welcher vielleicht durch Erdachsenverschiebungen o.ä., der Grund dafür, dass man es aufgegeben hat? Wurde es deswegen von nachfolgenden Kulturen nicht mehr benutzt, oder hat es mit den Sonnenlauf vielleicht gar nix zu tun?

Falls es sich um einen großen Verschiebungswinkel handelt, dann beeinflusst dies glaube ich schon auch die Sonnenlöcher!
Bin gespannt, was wir da noch rauskriegen! Macht schon Spass sich darüber Gedanken zu machen, obwohl in erster Linie das Ereignis für sich und von wo es derzeitig zu sehen ist zählt und das ist immer wieder sehens- und spürenswert!

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Beitragvon Ysgawen » 28.12.2006 10:47

Ja, ich glaub auch, das Wichtigste ist, was wir auch heute noch erleben dürfen. Aber - wer weiß, welchen Ort wir finden, falls wir rausbekommen könnten, wo früher der Sonnendurchgang zur Wintersonnenwende war? Es wär insofern nicht nur theoretisch interessant....

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Beitragvon PC-Schamane » 29.12.2006 02:07

@wassertraeger
Die von mir zitierte Sendung konzentrierte sich auf die beiden Momente des Sonnenaufgangs bzw. -untergangs zur Sommer- bzw. Wintersonnenwende. Sie ging nicht auf eine vermutete Kalenderfunktion oder andere astronomische Verwendung ein.

Wikipedia nennt als Hauptbau- und Nutzungsphase den Zeitraum zwischen etwa 3100 v. Chr. bis etwa 1600 v. Chr. Allererste Funde datieren allerdings schon aus der Zeit um 8000 v. Chr. ! Warum nach 1600 v. Chr. Stonehenge nicht mehr genutzt wurde, weiß man nicht.

Man geht davon aus, dass die Steine so ausgerichtet wurden, dass Sommer- und Wintersonnenwende und die Frühlings- und Herbsttagundnachtgleiche bestimmt werden konnten.

Mit der Nachbildung konnte man übrigens nachvollziehen, dass der Sonnenuntergang zur Wintersonnenwende vermutlich der wichtigste Orientierungspunkt war, weil er den stärksten Eindruck hinterlässt: man geht in einem Lichtkorridor von den außen gelegenen Portalsteinen Richtung Altarstein im Zentrum der Sonne entgegen. Schon im Fernsehen war dieser Moment beeindruckend.

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Beitragvon Wassertraeger » 29.12.2006 10:55

@ PC-Schamane!

In Wikipedia habe ich gestern diesbezüglich auch schon reingeschaut. Dort wurde auch erwähnt, dass Stonehenge vielleicht gar nichts mit der Sonne zu tun hätte, sondern eher mit dem Mond !!
Den Mond hatten wir auch schon bezüglich Agnesloch in Betracht gezogen, aber seine Durchtrittszeiten sind wohl auch viel schwerer raus zu finden. Viele Fragen sind offen! Wann geht er durch, welche Mondphase usw.....

Ein Arbeitskollege kennt sich gut in Sachen Sternen aus und den befragte ich diesbezüglich. Er verwies mich auf einen Bekannten von ihm, welcher wohl Astrophysik und Philosophie studiert hat und sich auch mit solchen Dingen beschäftigt.
Ich werde ihn mal kontaktieren! Vielleicht bringts uns neue Erkenntnisse!

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Beitragvon Wassertraeger » 28.01.2007 12:10

Ich bekam ein Email des Astrophysikers mit seinen vorläufigen Überlegungen:

> die klassischen Kegelbewegungen der Erdachse, das sind die Präzession und die Nutation, können wohl nur einen sehr kleinen Einfluss auf das Sonnenlochphänomen ausüben!

> Polhöhenänderungen wären hier interessanter, diese haben eine Periode von 40 000 Jahren!

> tektonische Verschiebungen sind zu langsam im Vergleich zur historischen Zeitachse bezüglich des Drifts, als auch der Höhenänderung der Berge!

> wahrscheinlichere Einflussfaktoren auf den Strahlengang sind eher Erosion und Verwitterung und allenfalls Änderungen in der Vegetation!
>>> <<<

Nun, das Loch selbst meine ich hat sich nicht groß verändert und der Boden wahrscheinlich auch nicht großartig, falls er nicht von Menschenhand erheblich bearbeitet wurde.
Vegetation >> wie hoch war die Baumgrenze und stand ein Wald im Tal?
Bäume versperren jetzt noch offensichtlich zu gewissen Zeitpunkten die Sicht auf das Agnesloch. Aber eine freie Sicht zu schaffen, bezüglich Behinderung durch Vegetation, dürfte auch für damalige Zeiten kein Problem gewesen sein!

Ich gehe davon aus, dass die Orte, welche jetzt zu jeweiligen Zeitpunkten vom Strahlengang erfasst werden, es auch schon damals waren, vielleicht nur mit minimalsten Abweichungen!
Der Astrophysiker will auch mal einen Augenschein vor Ort nehmen. Bin gespannt, ob es dazu kommt und wir dadurch noch nähere Erkenntnisse bekommen. Lernen tun wir gewiss dazu!

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