Virtuelles Interview zum Mythos Untersberg

Kein Berg im Alpenraum ist so reich an Mythen wie der Untersberg. Welche Botschaft steckt dahinter? Welche Sagen bewegen euch am meisten?

Virtuelles Interview zum Mythos Untersberg

Beitragvon WhiteEagle » 05.03.2011 09:40


Die Idee zu dem virtuellen Interview entstand aus der Situation, dass ein tatsächliches Interview bevorsteht, in dem aber nur relativ wenig Zeit vorgegeben ist. Also galt es, die Essenz zu finden...


Virtuelles Interview zum Mythos Untersberg:


Was macht den Unterberg so besonders? Ist es sein Sagen- und Höhlenreichtum?

Es ist richtig, dass der UB der Berg mit den meisten Sagen und Höhlen im Alpenraum ist. Ihn aber darauf zu reduzieren, bedeutet, ihn niemals ganz zu verstehen.
Die Besonderheit des UB liegt in seinen Wundern und in seiner Energie. Der Berg wurde in früheren Zeiten bei den Anwohnern nur der „Wunderberg“ genannt. Die Menschen erlebten an, auf und um ihn herum Wunder – das heißt unerklärliche Dinge, heute sagen wir dazu paranormale Phänomene.
Das Übernatürliche ist eines seiner Kennzeichen und charakterisiert ihn.

Können Sie Beispiele für paranormale Phänomene im Zusammenhang mit dem UB benennen?

Menschen sind am Berg spurlos verschwunden oder an einem ganz anderen Ort wieder aufgetaucht, Menschen verlieren Zeit oder Menschen werden von einer Krankheit befreit. Begriffe wie Zeitportal, Schicksalsberg, Berg des Lichts oder des Heils sind immer wieder zu hören und scheinen in den Sagen bestätigt zu werden. Diese Erfahrungen sind aber eben nicht nur auf die Vergangenheit beschränkt, sie wurden über alle Zeiten berichtet und sind auch heute zu erleben.
Laut soziologischen Erkenntnissen sind Sagen identitätsbildend. Sie verkörpern die Geschichte eines Volkes und sie besitzen einen wahren Kern.
Es ist bedauerlich, wenn ein Archäologe den Ursprung des Hauptanteils der Untersbergsagen auf das Mittelalter reduziert und viele Inhalte mit den damals populären Jenseitsreisen erklärt.
Es gibt aber auch die andere Interpretation von Landschaftsmythologen oder Keltenexperten, die die mythologische Bedeutung des Berges in einer wesentlich zurückliegender, vorgeschichtlicher Zeit sehen. Dazu zählen die Matriatsforscherin Dr. Heide Göttner-Abendroth, die im Berg den Rückzugsort eines frühen matriachalen Volkes sieht oder der 2009 verstorbene Keltenfachmann Dr. Georg Rohrecker. Sie sprechen von einem Andersweltberg, der einst entsprechend verehrt und geachtet wurde. Die Unterwelt des Berges ist demnach die Welt der Ahnen und Geister.

Wie kommt es zu so unterschiedlichen Auffassungen den Untersberg betreffend?

Der Berg ist zunächst mal ein Politikum. Er spaltet die Anwohner in die Kopf- und die Herzmenschen. Die Kopfmenschen reduzieren ihn auf „wissenschaftlich fundierte“ Grundlagen, wie die „erklärbaren“ Sagen und den Höhlenreichtum.
Die Herzmenschen „sehen“ (mit dem Herzen) eine Anderswelt. Ein Phänomen in der esoterischen Welt ist allerdings auch hier die Neigung zu Dogmatisierungen. „Was ich sehe, gehört mir.“ Dieses Einvernehmen von Naturphänomenen führt in der Region UB zu skurrilen Auswüchsen. Da wird an einem neuzeitlichen Kraftort ein – in der Geologie als erratischer Block bezeichneter – Stein mit einem Kreuz „besetzt“ und christlich vereinnahmt oder mir persönlich wird ein „Maulkorb“ verpasst, um nicht ein Buch über den Berg zu schreiben, wo einzelne meinen, besondere Privilegien bekommen zu haben, die dann gefährdet sind.
Da wird ein Ort, wo sich ein einzigartiges Naturschauspiel beobachten läßt von der Öffentlichkeit ausgeschlossen.
Keltische oder frühgeschichtliche Feinfühligkeit für natürliche und göttliche Vorgänge passen zudem nicht in das „Licht“ der aufgeklärten Wissenschaft.
Der Berg wird so zu einer Grenzerfahrung – und zwar nicht nur, weil er tatsächlich von einer menschlich gezogenen Territorialgrenze durchtrennt wird.

Wie kann man den UB ihrer Meinung nach verstehen lernen?

Ein Vorteil ist sicher, wenn man/frau am UB aufgewachsen ist. Ich hatte den Berg in meiner Kindheit jeden Tag vor Augen. Ich war fasziniert von den Sagen. Insbesondere die Untersbergmandl hatten es mir angetan. In meiner Jugend fand ich einen Lagerplatz– heute sage ich Kraftort – in einem versteckten Bergtal neben einem Bach und Wasserfall genau gegenüber dem Untersberg.
Und als Erwachsener weckte der Berg ein tiefes Interesse, eine große Neugier. Je mehr sich mein Leben veränderte, ich reifer wurde, desto näher kam ich dem Wesen und der Seele des Berges, desto mehr verstand ich seinen Charakter.
Und ich traf immer mehr auf Menschen, die mir ihre Erlebnisse und Erfahrungen mit dem Berg anvertrauten und schließlich auch wollten, dass sie veröffentlicht werden.
Wer den Berg verstehen will, der muss einerseits mit seinen Anwohnern sprechen und andererseits ihn selber befragen. Ich nutze dazu andere Bewusstseinszustände, Techniken die wir aus dem Schamanismus kennen.
Heißt es nicht „Glauben versetzt Berge“? Diesen Berg wird kein Glauben versetzen, aber wenn wir ihn und seine Naturwesen erkennen, kann sich unser Leben verändern, können neue Lebensvisionen entstehen.
Menschen – zu denen ich auch gehöre – haben Wunder am Untersberg erlebt und werden sie auch weiterhin dort erleben.
Ich habe viele von ihnen kennengelernt, die schildern, wie sie den Untersbergmandl begegnet sind, von ihnen beschützt wurden oder durchs Leben begleitet wurden, wie sie Zeit verloren oder Lebensvisionen gefunden haben.

Es gibt verschiedene Sagen vom Teufelsloch im Lattengebirge. Ich kannte jenes Felsenloch auch aus meiner Kindheit. Selbst meine Großeltern erzählten mir von einem Sonnendurchgang, der dort zu sehen sein soll. Als Erwachsener entdeckte ich eine Sage, die diesen Sonnendurchgang mit der Sonnenwende in Verbindung brachte. Schließlich fand ich heraus, dass es ein Platz zu Füssen des Untersbergs war, an dem zur Wintersonnenwende die Sonne durch das Teufelsloch scheint. Solch Orte waren in der Frühzeit sakrale Orte, Orte an denen das Volk den Jahreskreis nicht nur beobachten konnte, sondern auch dort feierte. Dort wo die Beobachtung in der Natur nicht möglich war, wurden Sonnenobservatorien wie z.B. Stonehenge gebaut.
Ein moderner Mythos – eine Art „urban legend“ ist die Bezeichnung „Herzchakra der Erde“, die dem Dalai Lama zugesprochen wird. In meinen umfangreichen Recherchen stieß ich auf Untersuchungen des Berges in denen diese Aussage bestätigt wurde.
In der Geomantie wird die Bedeutung jenes Berges in vielen Aspekten ganzheitlich erfahrbar. Für mich ist er heute „der Berg der Berge“ und „ein Herzchakra der Erde“.

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Re: Virtuelles Interview zum Mythos Untersberg

Beitragvon Rabin » 07.03.2011 09:06

darf ich einen link davon ins Forum Seelenflug stellen, für die, die sich für den Untersberg interessieren?

hast Du einen link dazu?

Danke Dir, Rabin
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Re: Virtuelles Interview zum Mythos Untersberg

Beitragvon WhiteEagle » 07.03.2011 11:24

Rabin hat geschrieben:darf ich einen link davon ins Forum Seelenflug stellen, für die, die sich für den Untersberg interessieren?

hast Du einen link dazu?

Danke Dir, Rabin


klar darfst du!
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Re: Virtuelles Interview zum Mythos Untersberg

Beitragvon Rabin » 07.03.2011 18:45

vielen Dank!

das mach ich dann bei Eliphaz' Seelenflug - Forum

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