Untersbergmandl-die Dritte oder Summasonnwend auf Karlstoa

Wie können wir mit den Geistern des Berges kommunizieren? Was habt ihr von ihnen erfahren?

Untersbergmandl-die Dritte oder Summasonnwend auf Karlstoa

Beitragvon WhiteEagle » 19.06.2013 10:09


Sie san' wiada do

So lautet der Titel eines neuen Liedes über die Untersbergmandl – aber der Titel ist für mich doppeldeutig.
10 Jahre Alpenschamanismus und alpenschamanisches Netzwerk hat Bewegung in die heimatliche Geisterwelt gebracht. Kulte und Kultplätze sind entstanden oder wurden wieder entdeckt. Das Ritualisieren hat wieder an Bedeutung gewonnen, das gemeinsame Singen und Jodeln sowieso.

Und so trafen sich in der Zeit um die Sommersonnenwende 2013 ein paar Menschen der Heimat auf einem kürzlich sanierten und wieder eröffneten Kultplatz – der Burg Karlstein bei Bad Reichenhall.
Keltische Siedlungsspuren auch und direkt an den Gipfelfelsen des Karlsteins geschmiegt, belegen die frühgeschichtliche Bedeutung dieses Ortes. Und der einzigartige, nahe gelegene Kultplatz des Langackers verstärken diese Kultregion am Westende des Reichenhaller Tales.
Großvater Sonne senkte sich auf den Siebenpalfen zu, um sich für diesen Tag zu verabschieden und nach langen Jahren ertönten wieder die Trommeln über dem Tal. Wir danken der Sonne für ihr Wirken, für ihr Licht und ihre Kraft, die sie uns schenkt – und wir danken Mutter Erde, dass wir ihre Kinder sein dürfen.
Am Naturaltar, der mit Sommerblumen und Kräutern geschmückt ist, entzünde ich das Bündel Räucherkräuter und lade die Elemente, die Naturwesen und insbesondere die Berggeister ein, um unsere schamanische Reise zu begleiten und zu unterstützen.
Der Alpererjodel erschallt in die 4 Himmels-/Windrichtungen und das Echo der Gruppe bestärkt das gemeinsame Ritual unterstützt vom Räucherbündel, dessen Rauch mit einer Feder verteilt wird.

Summasunnwend.jpg

Foto: P. Stelzl


Gemeinsam entzündet die Gruppe das Sonnwendfeuer und der Feuergeist wird durch unser Lied „Feia du bist schee..“ geehrt.
Dann setzen und legen wir uns auf Mutter Erde – am knisternden Feuer, den Rauch angenehm wahrnehmend und blicken auf die Mondsichel, die inzwischen genau über uns steht. Auch Großmutter Mond nimmt an unserer Reise und unserem Fest teil und wacht über uns.
Unsichtbar, aber deutlich spürbar sind auch die weiblichen Mutterenergien unter uns – wir befinden uns schließlich auf einem sagenhaften Ort der Wildfrauen. In der Silhouette der Burgmauer erkenne ich ein Hexenprofil – und beginne lächelnd zu trommeln.
Doch heute fällt mir die schamanische Trance und Reise irgendwie schwer – oder war ich nicht schon beim Sonnenuntergangstrommeln in Trance? Immer wieder öffne ich die Augen, bis ich sie schließlich jenem wunderhaften Anblick der hereinbrechenden Nacht ganz öffne. Noch aber sind die Berge um mich herum in warmes Sonnenlicht getaucht. Ein Schauspiel, dass ich so lange vermisste. Die Westflanken des Untersbergs spiegeln das immer matter werdende Sonnenlicht wider. Bezeichnenderweise ist es unser Heiliger Berg, an dem dann das letzte Licht erlischt. Eine passende Analogie zu diesem Kult.
Nach der Trommelreise blicken wir in den langsam erstrahlenden Sternenhimmel und erzählen mittels Redestab von unseren Reiseerlebnissen, von Krafttierbegegnungen und Erfahrungen mit der Unterwelt. Doch ich bin nicht der einzige, der heute eher in der sogenannten alltäglichen Wirklichkeit geblieben ist. Zu stark, fast schon überwältigend war die Bethenkraft.
Doch auch andere hohe Wesen sollten bald ihre Ehrung erfahren. Norbert erklärte zum Abschluss der Rederunde ein von ihm geschriebenes Lied über die Untersbergmandl uraufführen zu wollen. So stimmte er ein Lied der Heimatgeister mit seiner Gitarre an – und schon bald sang die Gruppe mit. Da hatte wieder jemand das Wesen jener mystischen Zwerge erkannt und besang sie und hatte es zugleich verstanden, seine Töne und Wort so zu inszenieren, dass wir sie unter uns spüren konnten: ja - „sie san wiada do“.
Ein fester Bestandteil der bioregionalen alpenschamanischen Arbeit ist seit einiger Zeit auch das übergeben einzelner Brennhölzer, die ihren Ursprung am Untersberg haben und von verschiedenen Trommelgruppenmitgliedern gefunden, mitgebracht und rituell dem Feuer übergeben werden, um dann deren transformierende Wirkung zu beobachten.
Zum eigentlich Fest ergoss sich aus den Rucksäcken ein wahrhafter Festschmaus – bis zu später Stund' die G'schicht'n erklangen – von den Geheimnissen unseres Wunderbergs, von eigentümlichen Begegnungen, seltsamen Sichtungen, fast so, als würde die uralte Sagenwelt wieder auferstehen. Oder war sie nie ganz verstummt? Lebten all die Wesen und Geister nicht tief in unseren Herzen weiter.
Es scheint, als würden sie wieder auferstehen – und gibt es einen schöneren Ort als in verwunschenen alten Burgmauern, die sich einst auf einem Kultort auftürmten?
Weiße Adler haben sich an diesem Abend in der Anderswelt gezeigt, also lasst sie uns auch in dieser Welt wieder finden.

Was die Doppeldeutigkeit des Untersbergmandlliedtitels betrifft...
nicht nur die besungenen Untersbergmandl werden so wieder lebendig, auch das kleine aber beständig wachsende Völkchen der Andersweltreisenden kehrt wieder zurück.
:wink:
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Re: Untersbergmandl-die Dritte oder Summasonnwend auf Karlstoa

Beitragvon WhiteEagle » 25.06.2013 19:02



so schnell kommen die Lieder - und die Mandl...
Ein Dankeschön an Norbert für das Lied
und an Peter für die Videoaufnahme und -bearbeitung.
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